Hier veröffentlichen wir Beiträge von Betroffenen oder deren Angehörigen, die sich mit Ihrer eigenen Situation auseinander setzten und uns ihre Gedanken zu dem Thema mitgeteilt haben. Die Beiträge werden von uns nicht redaktionell überarbeitet.
Die Veröffentlichung hier bedeutet nicht, dass die niedergeschriebenen Konditionen auch durchgeführt und finanziert werden können. Sie sollen dazu dienen Menschen zusammenzuführen, die ähnliche Ziele verfolgen und denen wir helfen wollen, zumindest einen Teil der Vorstellungen für sich verwirklichen zu können.

Wunsch 1 - Wohn- und Arbeitsprojekt auf einem Bauernhof

Idealvorstellung eines Wohn- und Arbeits-Projekts für Asperger-Autisten
von U.C.

Was ich suche

Wohn- und Arbeits-Standort:

Ökologisch bewirtschafteter Bauernhof (eventuell mit anthroposophischer Ausrichtung), bewohnt und bewirtschaftet von einer ,,psychisch normalen" Bauernfamilie mit sozialem Engagement; angegliedert eine Werkstatt oder Sägewerk sowie ein Verwaltungsbereich; eventuell ein vorhandenes oder aufzubauendes Hof-Archiv; Lage auf dem Lande, aber mit guter ÖPNV-Anbindung zu einer nahe gelegenen — möglichst auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbaren Stadt, damit man nicht nur auf den Hof fixiert ist und zu Vereinen (z.B. Autismusverein) und anderen Menschen Kontakte aufbauen kann.

Personelle Zusammensetzung:
ca. 10-20 Asperger-Autisten — ggf. mit Familie;
1 Bauernfamilie;
1 Sozialarbeiter — ggf. mit Familie;
1 Psychologe mit Spezialgebiet "Asperger-Syndrom" bzw. „Autismus" — ggf. mit Familie;
1 Werkstattleiter — ggf. mit Familie;
Eventuell könnte das Arbeits- und Wohn-Projekt mit 1-2 körperlich bzw. geistig Behinderten und mehreren „normalen" Einzelpersonen bzw. Familien ergänzt werden, um so kein Autisten- bzw. Behinderten-Ghetto entstehen zu lassen, sondern möglichst eine seelisch wärmende „Großfamilie" als verkleinertes Abbild unserer Gesellschaft.

Bei der personellen Zusammensetzung wäre darauf zu achten, dass keine Zusammenballung des „Elends dieser Welt" passiert, da es mich und wahrscheinlich auch andere Autisten psychisch überfordern würde; außerdem wäre eine gesunde Mischung aus verschiedenen Altersgruppen sinnvoll.

Eigene Wohnform:

Eigenes Zimmer mit Nasszelle, dass als individueller Rückzugsraum akustische Ruhe bietet (kein Nachbarschaftslärm), mit genug Platz nicht nur für Bett/Schrank/Schreibtisch/Stuhl, sondern auch für einige Bücher-Schränke (stabile Sonderanfertigungen) mit meiner Fachbuch-Sammlung über „Bauemhaus-Architektur im deutschsprachigen Raum" sowie Archiv-Akten über einen Bauernhof in Bochum-Riemke — Diese Sammlung gehört zu meinem Spezial-Interesse, an dem mein „Herzblut" klebt!

Wenn ein oder mehrere Wohnräume, ein Esszimmer und eine Küche für die Mitglieder der Wohn- und Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung stehen, brauche ich keine eigene komplette Wohnung!

Weitere Kriterien:

Die Möglichkeit mit einzelnen Menschen oder Gruppen (incl. Betreuungspersonal) aus dem Projekt einen Teil meiner Freizeit zu verbringen; die Möglichkeit mit dem Betreuungspersonal persönliche Probleme zu besprechen; Mitbestimmungsrecht für alle Mitglieder des Wohn- und Arbeits-Projekts, soweit das zu erörternde Thema für die einzelnen Mitglieder relevant ist

Was ich biete:
Persönlichkeit:
überdurchschnittliche Intelligenz;
gute Allgemeinbildung;
Gründlichkeit;
Idealismus;
Ehrlichkeit;
Zuverlässigkeit;
relativ pflegeleichter Charakter;
Arbeitsfähigkeit und Arbeitswilligkeit (5 Tage-Woche mit 40 Arbeitsstunden/Woche);

Einsetzbarkeit:

Landwirtschaft/ Werkstatt oder Sägewerk — 2-3 Stunden/ Tag (körperliche Arbeit), ich könnte Traktor fahren lernen — einen Führerschein habe ich, aber keine Fahrpraxis;

Verwaltung — 5-6 Stunden/ Tag (geistige Arbeit),

ich könnte mich neben dem Schriftverkehr um die Verwaltungsregistratur kümmern, falls Bedarf besteht, könnte ich ein bestehendes Hofarchiv betreuen oder neu aufbauen;
Mithilfe in der Gemeinschaftsküche, bei Gemeinschaftseinkäufen und Gemeinschafts-Aufräum- und Putzaktionen;

Ich brauche einen strukturierten und überschaubaren Tages- sowie Arbeitseinsatz-Plan - also nicht zu viele „Baustellen” um die ich mich gleichzeitig kümmern muss, wie im Universitätsarchiv T. , wo ich meine Arbeit verlor, weil mich das dortige Chaos überforderte!

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Zuletzt geändert:
02/12/13